Umberto Eco dürfte eigentlich jedem Europäer ein Begriff sein. Der bekannte Autor und Literaturwissenschaftler hat vor vielen Jahren auch ein Buch zum Abfassen der Hochschulabschlussarbeit verfasst. Damals vielleicht originell und hilfreich, wirkt “Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt” aus heutiger Sicht antiquarisch, veraltet und eher belustigend. Warum wird das Buch also immer wieder vom Verlag aufgelegt?
Die Methoden Ecos sind völlig veraltet, da fährt er in einem Selbststest noch in Bibliotheken anderer Städte und empfiehlt für die reinschrift einen professionellen Maschinen-Schreibdienst. Von Computern und Textverarbeitungsprogrammen ist noch keine rede, geschweige denn vom Internet und den dortigen Wissensquellen und digitalen Bibliothekskatalogen.
Auch findet der Leser keinerlei Tipps zur Überwindung von Schreibblockaden oder ähnlichem, stattdessen ergießt sich der Autor in wenig sinnvollen Details des wissenschaftlichen Arbeitens. So sehr also Umberto Eco eine Autorität in den Geisteswissenschaften sein mag, dieses Buch hilft dem heutigen Studenten bei seiner Abschlussarbeit leider wenig bis gar nichts.
Umberto Eco: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften, C.F. Müller Verlag, 2007 (orig. 1977), ISBN-13: 9783825215125, 15,90 Euro