Praxisbuch IT-Karriere

3. Juli 2009

Svenja Hofert ist eine der aktivsten Job- und Karriere-Ratgeber-Autorinnen. Neben allgemeinen Bewerbungsratgebern z.B. zum Thema Internet, hat sie einen inhaltlichen Schwerpunkt im Bereich IT. Nun hat Svenja Hofert das “Praxisbuch IT-Karriere” vorgelegt, das zur kompletten Planung der Informatiker-Karriere dienen soll.

Diesen besonderen Ratgeber will die Autorin allen jungen Informatikern mitgeben, weil sie der Meinung ist, normale Bewerbungsbücher seien an den Bedürfnissen der IT vorbeigeschrieben. Sie beginnt damit, System in das Chaos der Studiengänge und -schwerpunkte zu bringen und holt so bereits den Abiturienten ab. Der Schwerpunkt liegt natürlich bei der Beratung von Absolventen bzw. Berufseinsteigern, die nach dem Studium einen passenden IT Job suchen.

Mit zahlreichen Tabellen, Pro-und-Contra-Listen, Selbsttests, und Vergleichen liefert Svenja Hofert die nötigen Informationen gleich richtig strukturiert. Themen wie IT Gehalt, Frauen in der IT oder Freelance sind Extrakapitel gewidmet. Ein weiterer Schwerpunkt ist natürlich das Thema Fortbildung, Lizensierung und Spezialisierung. Denn in der IT bedeutet Stillstand das Karriere-Aus.

Insgesamt sind Informatikstudenten und -absolventen sowie Young Professionals gut mit diesem Buch beraten. Es ist umfangreich und zugleich pragmatisch, leicht verständlich und zugleich tiefgehend.

Svenja Hofert: Praxisbuch IT-Karriere. Berufsorientierung, Karriereplanung und Bewerbung, Eichborn, 2009, ISBN-13: 9783821859705, 24.95 €

Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch

23. Juni 2009

Das Vorstellungsgespräch ist der zweite wichtige Schritt im Bewerbungsverfahren. Es dient dem Personaler, sich ein geeignetes Bild von Deiner Persönlichkeit zu machen, aber auch Dir, um einen Einblick in das Unternehmen zu bekommen. Schließlich sollte beides gut zu einander passen - Bewerber und Firma. Das bekannte Autoren-Duo Hesse-Schrader hat einen kleinen Ratgeber verfasst, der sich explizit mit möglichen Fragen, guten Antworten und einem allgemein zu empfehlenden Verhalten beschäftigt: “Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch”.

Dem Beruf der beiden Autoren geschuldet, hat der Ratgeber einen immer wieder durchscheinenden psychologischen Stil bzw. Ansatz, der manchmal etwas überzogen scheint. Nichts desto trotz liefert das Buch anhand von zehn wahrscheinlichen Phasen eines Vorstellungsgespräches viele mögliche Fragen und erklärt, was damit gemeint ist bzw. was genau damit abgefragt wird. Auch hier wird der Ansatz der Arbeitspsychologie deutlich, der sich sehr auf Skalen und Testfragen verlässt.

Die Autoren entwarnen aber auch: Nur ein sehr geringer Anteil von Vorstellungsgesprächen wird vollprofessionell durchgeführt. Bei den meisten hingegen sitzt dort kein ausgebildeter Personaler bzw. Psychologe, der mit jeder Frage etwas ganz bestimmtes meint. Wer sich also auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten muss, kann sich mit dem Ratgeber schnell informieren. Es empfiehlt sich aber, das ganze in eine umfassendere Bewerbungsstrategie einzuordnen, wie sie etwa in “Persönliches Karrieremanagement” erklärt wird.

Zeit Studienführer 2009-10

10. Juni 2009

Alle Jahre wieder: Aktuell liegt der „Zeit Studienführer 2009/10“ in den Regalen. Wie immer werden folgende Themen angesprochen: Was, wo und wie Studieren. Grundlage ist das CHE-Hochschulranking (Centrum für Hochschulentwicklung) in Zusammenarbeit mit der Hochschulrektorenkonferenz. Eine Vielzahl von Studienfächern wird untersucht, Vor- und Nachteile der jeweiligen Uni-Standorte aufgeführt.

Neben der Studienfach- und -platzwahl sind weitere Themen die Studienfinanzierung, Lernmanagement und WG vs. Wohnheim. Was der Leser ein wenig vermisst, sind Hinweise zum Berufseinstieg. Das sehr ausführliche Heft richtet sich also ausschließlich an Abiturienten und Studienanfänger, die vielleicht über einen Fach- und Uniwechsel nachdenken.

Als Extra liegt dieses Jahr der erste „Zeit Stipendienführer 2009/10“ bei, in welchem Stiftungen und ihre Bewerbungsverfahren geschildert sind.

Erwerben kann man den Studienführer bei der Zeit oder im Zeitschriftenhandel.

Stiftung Warentest Spezial Karriere

29. April 2009

Den Job fürs Leben gibt es nicht mehr. Stattdessen sind lebenslanges Lernen, wechselnde Jobs und eine persönliches Karriere-Management angesagt. Diesem Anspruch an Vielfältigkeit widmet sich das Spezial der Stiftung Warentest “Karriere”. Unterteilt in die Themenblöcke Klären, Orientieren, Bewerben und Gründen liefert es mit zehn großen Tipps viel Wissenswertes.

Neben einigen rahmengebenden Artikeln und Interviews stehen wie immer bei der Stiftung Warentest diverse Produktests im Vordergrund. Dabei werden die Kriterien für die Einschätzung und das Vorgehen bei den Auswertungen sehr gut offengelegt, so dass der Leser die Ergebnisse zu seiner eigenen Einschätzung in Beziehung setzen kann.

Getestet werden unter anderem Kurse für Berufsfindung und Karriereplanung, Online-Eignungstests, Karriere-Ratgeber (mit dem Fokus auf eine ältere Zielgruppe), die Weiterbildungsberatungen der Arbeitsagenturen, Weiterbildungsdatenbanken, Bewerbungstrainings, Bewerbungs-Ratgeber, Bewerbungssoftware und Seminare für Gründer.

Mit diesem Datenmaterial liefert das Spezial “Karriere” zwar kaum direkte Tipps für Bewerbung und Berufseinstieg, aber genügend Informationen, um alle Hilfsmittel für die Karriere-Optimierung einschätzen zu können.

Links zu Leseproben:

  • Inhaltsverzeichnis [PDF]
  • Lebenslanges Lernen
  • Portrait
  • Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt

    28. April 2009

    Umberto Eco dürfte eigentlich jedem Europäer ein Begriff sein. Der bekannte Autor und Literaturwissenschaftler hat vor vielen Jahren auch ein Buch zum Abfassen der Hochschulabschlussarbeit verfasst. Damals vielleicht originell und hilfreich, wirkt “Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt” aus heutiger Sicht antiquarisch, veraltet und eher belustigend. Warum wird das Buch also immer wieder vom Verlag aufgelegt?

    Die Methoden Ecos sind völlig veraltet, da fährt er in einem Selbststest noch in Bibliotheken anderer Städte und empfiehlt für die reinschrift einen professionellen Maschinen-Schreibdienst. Von Computern und Textverarbeitungsprogrammen ist noch keine rede, geschweige denn vom Internet und den dortigen Wissensquellen und digitalen Bibliothekskatalogen.

    Auch findet der Leser keinerlei Tipps zur Überwindung von Schreibblockaden oder ähnlichem, stattdessen ergießt sich der Autor in wenig sinnvollen Details des wissenschaftlichen Arbeitens. So sehr also Umberto Eco eine Autorität in den Geisteswissenschaften sein mag, dieses Buch hilft dem heutigen Studenten bei seiner Abschlussarbeit leider wenig bis gar nichts.

    Umberto Eco: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften, C.F. Müller Verlag, 2007 (orig. 1977), ISBN-13: 9783825215125, 15,90 Euro

    Berufs- und Karriere-Planer - IT und e-Business

    24. April 2009

    Vor diesen Ratgebern sollte man keine Scheu haben, auch wenn sie vom Finanzdienstleister MLP herausgegeben werden. Sie sind neutral gehalten und haben vorwiegend im ersten Teil zu den Themen Studium-Organisation und -Finanzierung direkt mit MLP zu tun. Das Themenspecial - hier IT und e-Busniess - sowie die allgemeinen Tipps und Tricks zu Bewerbung, Berufseinstieg und Probezeit sind für Absolventen und Young Professional durchweg interessant.

    Für die Lebenslauf-Vorlagen, Hinweisen zum Bewerbungsverfahren etc. wurden etablierte und bekannte Autoren verpflichtet, unter anderem das Autoren-Duo Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader.

    Fazit: Ein kompakter und kompetenter Ratgeber, der von der Abschlussphase des Studiums über Berufswahl, Bewerbung und Berufseinstieg bis ans Ende der Probezeit führt.

    Dunja Reulein, Elke Pohl, Ralf Wettlaufer (Hg.: MLP AG): Berufs- und Karriere-Planer. IT und e-Business, Gabler, 2008, ISBN-13: 9783834907707, 19.90 Euro

    Tipp: Die Berufs- und Karriere-Planer sind auch für andere Studienrichtungen erhältlich.

    Xing optimal nutzen

    23. April 2009

    Das vorwiegend deutschsprachige Business-Netzwerk Xing - früher openBC - ist mittlerweile neben dem englischsprachigen Pendant LinkedIn zu der Kontakt- und Kommunikationsplattform für die Wirtschaft geworden. Immer mehr Freiberufler und Angestellte der verschiedensten Unternehmen und Karriere-Level richten sich ein Profil dort ein. Andreas Lutz und Joachim Rumohr haben mit “Xing optimal nutzen” einen Ratgeber geschrieben, der die technischen und taktischen Einsatzmöglichkeiten des Netzwerkes erläutert.

    Das Buch richtet sich dabei vor allem an Xing-Neuliunge und jene, die das Netzwerk bisher nicht so aktiv genutzt haben. Alle Funktionalitäten der Seite werden erklärt, vom Kontaktmanagement über Termine und Diskussionsgruppen bis hin zu normalen Nachrichten über das System.

    Im Mittelpunkt steht natürlich die Organisation und Gestaltung des eigenen Profiles, hierbei geben die beiden Autoren zahlreiche Tipps, wie man seine Selbstdarstellung optimiert und individualisiert. So kann man die ‘Über mich’-Seite für eine Projektliste nutzen, weitere Bilder und lInks einbinden. Das Gästebuch hingegen kann für Empfehlungen verwendet werden, eine Funktion, über die Xing im Gegensatz zu LinkedIn noch nicht verfügt.

    Ein anderer Schwerpunkt von “Xing optimal nutzen” ist das strategische Netzwerken an sich, das ganz unter dem Motto steht: “Erst geben, dann nehmen”. Andreas Lutz und Joachim Rumohr gehen in dieser HInsicht über die technische Beschreibung hinaus und erklären mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis tiefergehend, was es bedeutet, sich dauerhaft in einem komplexen Netz aus privaten und Business-Kontakten zu bewegen.

    Fazit: Das Buch ist ein geeigneter Einstieg ins Online-Business-Netzwerken, der zur Vertiefung einlädt.

    Andreas Lutz, Joachim Rumohr: Xing optimal nutzen. Geschäftskontakte – Aufträge – Jobs. So zahlt sich Networking im Internet aus, Linde international 2008, ISBN-13: 9783709302095, 14.90 Euro

    Karrierefalle Internet

    22. April 2009

    Immer mehr Personaler suchen im Netz nach Informationen über ihre Bewerber. Wer dabei ein sauberes Online-Image hat, kann sofort punkten. Von wem hingegen Partybilder und dumme Kommentare das Internet dominieren, der wird wohl kaum angestellt werden. Denn über die Art und Weise, wie ein Bewerber im WWW kommuniziert, lässt sich recht gut feststellen, wie er sich in seiner Freizeit verhält und was er vielleicht nicht in Anschreiben und Lebenslauf angegeben hat. Mit “Karrierefalle Internet” liefert der PR-Experte Klaus Eck einen Leitfaden, mit dem jeder die Online Reputation seiner Human Brand managen kann.

    Auch wenn der Autor argumentativ etwas übertreibt, gilt es für Bewerber heutzutage ihr Online-Image zu kontrollieren. Dabei hilft es nicht, im Netz unsichtbar zu werden. Denn erstens wollen die Personaler ja etwas finden und zweitens hat man keinen EInfluss darauf, was Dritte über einen veröffentlichen. Deshalb gilt es selbst aktiv zu werden und möglichst die ersten 30 Suchergebnisse bei Google mit eigenen - positiven - Inhalten zu füllen.

    Wie das mit Xing, MyOnID, ReputationDefender, eigenen Blogs und Webseiten, Ego-Googlen und anderen Tricks klappt, verrät Klaus Eck, der seit Jahren Unternehmen und EInzelpersonen zum Thema Online Reputation berät. Das Buch kann dabei durchaus als Standardwerk verstanden werden, vor allem wenn man den drohenden-apokalyptischen Unterton mit Humor aufnimmt.

    Fazit: Wer seine Online Reputation gut managen will, um bei der nächsten Bewerbung auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und dann keine peinlichen Fragen beantworten zu müssen, ist mit dem Buch sehr gut beraten.

    Klaus Eck: Karrierefalle Internet. Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor es andere tun!, Hanser Verlag 2008, ISBN-13: 9783446416284, 19.90 Euro

    Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0

    21. April 2009

    Das Internet dient uns längst nicht nur zur Kommunikation und Information privater und beruflicher Natur. Längst werden auch komplexere Anwendungen online möglich, da schnelle Datenverbindungen immer verbreiteter sind. Auch die Jobsuche und große Teile des Bewerbungsprozesses haben sich ins Web 2.0 verlagert. Die klassische Bewerbungsmappe auf totem Holz ist längst gestroben. In ihrem neuen Bewerbungsratgeber “Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0″ erklärt die bekannte Karriere-Fachfrau Svenja Hofert, wie Bewerber und Jobsuchende das WWW effektiv nutzen können.

    Ob Kontaktanbahnung und Verwaltung über das Business-Netzwerk Xing, dem ein eigenes Kapitel gewidmet ist, Bewerbung auf speziellen HR-Unternehmenswebseiten oder mit Online-Assessmentcentern, Bewerbungsunterlagen als Podcast und Video sowie die Profilierung im Netz durch Blog-Artikel etc - sprich einem umfassenden Online Reputation Management.

    All diese modernen Erscheinungen des sogenannten e-Recruiting erklärt Svenja Hofert und schätzt die Möglichkeiten der Anwendung für Bewerber und Berufseinsteiger ein. Die Grundlagen - wie Anschreiben oder Lebenslauf formuliert sein sollten - findet der Leser allerdings nicht. Deswegen ist das Buch vor allem als Ergänzung zu herkömmlichen Bewebrungsratgebern zu sehen.

    Fazit: Guter Überblick über e-Recruiting und die digitale Bewerbung - so kommt man im Net an den neuen Job.

    Svenja Hofert: Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0. Wie Sie das Internet als Karrieresprungbrett nutzen, Eichborn Verlag 2008, ISBN-13: 9783821859514, 9,95 Euro

    Das Frust Job Killer Buch

    20. April 2009

    Es ist egal wo und für welchen Chef Du arbeitest. Glücklich kannst Du nur in dem Job werden, wo Du gerade bist. Ein Jobwechsel bringt überhaupt nichts, da überall nervige und eifersüchtige Kollegen, geizige Chef und langweilige Routinearbeiten warten. Selbst ein massiv höheres Gehalt in einem neuen Job, ändert daran nichts. Denn erstens macht es nicht glücklich und zweitens wirst Du es bald als zu niedrig empfinden. So argumentieren die beiden Psychologen Volker Kitz und Manuel Tusch in “Das Frust Job Killer Buch”.

    Da Du die Bedingungen des Arbeitslebens nicht wirklich beeinflussen kannst, musst Du Deine Einstellung dazu ändern. Soweit überzeugt die These der Autoren vollkommen. Volker Kitz und Manuel Tusch untermauern sie mit zahlreichen Beispielen aus ihrer Berufspraxis.

    Was dann aber folgt ist eine Art Ratgeberteil, der banaler kaum sein könnte. In einem wilden Cocktail aus Tiefenpsychologie, Psychosomatik, Selbstkonditionierung, ein bisschen Weltreligionen, Autogenes Training und Volksweisheiten versuchen sie den Leser im Beruf glücklich zu machen. Selbst wenn er so pessimistisch sein würde, wie die Autoren einen Großteil der Arbeitnehmerschaft darstellen, würde er nach der Lektüre kaum schlauer sein. Geschweige denn glücklicher.

    Fazit: Wer selber denken kann, sollte die Finger von dem Buch lassen.

    Volker Kitz, Manuel Tusch: Das Frust Job Killer Buch, Campus Verlag 2008, ISBN-13: 9783593386669, 19.90 Euro